Schulterbalance verbessern - Schultern anheben

Das Handgelenk um 2-3 cm nach oben kippen, während Unterarm gleiche Winkelung behält, bedeutet für das Pferd, diese Schulter frei zu machen, die Balance nach der anderen Seite zu verlagern, dann kann der Seitengang, der Galopp, die Volte, was immer auf dieser "gehobenen, weil jetzt leichten" Schulterseite beginnen.

 

Der Beginn: um dieses Signal einmal in Zukunft nur im wenige cm Bereich durchführen zu können, sieht allerdings erfahrungsgemäß meist so aus, dass man den UNTERarm deutlicher, oft 20-30 cm anheben muss, somit den Ellbogen abwinkelt, der Zug sollte hier nur minimalst stärker auf den Maulwinkel wirken - zu stark würde ein Verwerfen im Genick, ein Einknicken des Reiters in der entsprechenden Hüfte bedeuten.

 

Der häufigste Fehler ist, das Handheben zu lange durchzuführen, da man hier eine Reaktion erwartet und dann erst die Hand sinken lässt. Vorteilhafter ist es, nur 1-2 Takte die Hand zu heben und senken zu lassen, 10 Takte auf Reaktion warten und abermals Hand heben. Doch die Erstreaktion ist meist NOCH nicht das Nachgeben im Genick. Hier verstärken dann viele den Zug und geben gleichzeitig am Außenzügel völlig nach, halten also keinen Kontakt, das Verwerfen wird verstärkt, der Pferdehals wird völlig verdreht.

 

Der Grund: wenn das Pferd im Genick steif ist, z.B. Rechtsstellung nicht funktioniert, fällt ihm natürlich auch das Verlagern der Halsbasis von rechts auf links schwer. Daher sollte man nicht zuerst auf rechts Genickstellen durch gehobene re Hand warten, sondern Steigbügeltritt in unserem Fall zum auffußenden linken Vorderbein durchführen, um das Gewicht nach links mit seinem Gewicht zu verlagern helfen, um so die rechte Schulter eher freizubekommen.

 

Der Vorteil: durch das Gewichtsverlagern, fällt ihm die Bewegung mit der rechten Seite (Hals/Genick/Kiefer/Schulter) leichter, es benötigt weniger Muskelkraft, die rechte Seite kann sich entspannen und man löst so, mit mehreren Anläufen und oftmaligem Seitenwechsel dieses Schulterlast-Problem. Wenn man jedoch mit der rechten Hand auf Genickstellung zuerst besteht, muss man sich klar sein, dass das Pferd sich mit dem Gewicht aus Schmerz sowohl im Genick/Kiefer als auch in der re Halsbasis weiter festzumachen und sich erst recht nicht auf die linke Schulter legt.

 

Der größte Fehler jedoch wäre, die Zugstärke zu erhöhen, weil man zu einem Ergebnis kommen will. Hier ist Geduld gefragt, nach mehren Versuchen mit der GLEICHEN leichten Zugstärke einfach Seite wechseln und dort durchführen (Seitenwechsel 3-4 Mal durchführen). Danach Galopp am besten, falls nicht möglich einfach locker traben auf gebogenen Linien mit lockeren Zügeln Touren immer nur mit Steigbügeltritt für ein paar Takte vergrößern/verkleinern und die Übungen wiederholen. Manchmal dauert es allerdings ein paar Trainingseinheiten, bis sich alles löst. Falls sich nach einiger Zeit immer noch keine Besserung einstellt, empfehle ich immer eine Chiropraktische Behandlung.