Galoppsprung verbessern - jeden Sprung rauslassen

Ich höre noch meine Trainerin erklären: "Du lässt den Sprung nicht raus, Du erstickst ihn, bevor er noch zur Durchführung kommt. Hilf dem Pferd und öffne die Tür im richtigen Moment, damit Du die Aufwärtstendenz unterstützt, nicht blockierst". Ich war einfach in der gleichen feinen Anlehnung geblieben, egal in welcher Phase des Galopps wir uns befanden. Mein Pferd hatte aber für den versammelten Galopp noch zuwenig Tragkraft entwickelt. Der Galopp fühlte sich angestrengt an, keine Leichtigkeit war zu erkennen. Ich war immer gerade in der Aufwärtsbewegung, wo der Kopf des Pferdes den höchsten Punkt erreich, immer ein Hindernis, gab in dieser Sekunde nicht einen Tick nach und war stattdessen versucht zu treiben. Doch durch diese widersprüchlichen Hilfen wurde es noch unharmonischer.

Tipp: in der Phase des Galopps, in der der Kopf des Pferdes die höchste Position erreicht, kurz BEIDE kleinen Finger öffnen (vielleicht auch um es zu verdeutlichen anfangs die ganze Faust, allerdings bleiben die Daumen jedoch auf den Zeigefinger und halten die Zügellänge), Sie werden ein besseres Durchspringen des Pferdes sofort erspüren. Ich verwende diese Technik auch, wenn ich das Pferd versammle und initiiere das Nachgeben mit den kleinen Fingern für 2-3 Galoppsprünge einen Tick später nach mit gleichzeitig etwas stärkeren Impuls des Schenkels. Das Pferd wird diesen neuen Takt zu erreichen suchen und sich dadurch mehr versammeln. Anfangs gelingt vielleicht nur wenig, aber bitte damit zufriedengeben und beim ersten Anzeichen von mehr Versammlung loben! Der Aufgalopp wird deutlicher und ich gebe nach Erreichen der höheren Versammlung sofort wieder zum gewohnten Zeitpunkt, Kopf an höchster Stelle, nach. Da dies für das Pferd sowohl mental als auch körperlich anstrengend ist, nur kurze Reprisen mit genügend Pause dazwischen. So bleibt der Wille und die physische Möglichkeit, es auch durchführen zu können, erhalten.