Schlangenpferde

Sie neigen dazu, sich aufzurollen, sich hinter dem Gebiss zu verkriechen, werden im Halsansatz völlig instabil und verschieben die Schulter beliebig nach rechts und links.

Sie winden sich vor einem regelrecht wie eine Schlange, sobald man versucht, mit dem Gebiss Kontakt aufzunehmen. Auch werden sie gerne noch zusätzlich in der Krupp instabil und gehen krupprein und raus, man ist versucht, mit dem Schenkel dauernd gegen zu steuern, was ein gezieltes geradeaus Gehen dann noch unmöglicher macht.

Bei diesen Pferden gestaltet sich auch die Handarbeit als Zehenkiller für die mitgehende Person. Dazu nehme ich dann unbedingt nur den Kappzaum, damit ich den Kopf horizontal fixiere (kein Verwerfen zulassen) und richte das komplette Pferd über den Kopf (wohlgemerkt des Kopfes zu 1. HW und nicht Stellen des Kopfes bis zum 2. HW, also ich will kein Mähnenkamm-Kippen). Ich nehme den Kopf des Pferdes zwischen beide Hände, während ich vor dem Pferd rückwärts gehe und steuere mit leichtester Kopfstellung sehr sanft gegen. Sehr gerne wende ich in weiterer Folge dann das Schultervor oder leichtes Schultherein an und unterbinde auch hier jegliches Kopf/Halsverbiegen immer mit einem Gegensteuern des Kopfes.
Achtung: die Pferde reagieren IMMER zeitverzögert, das bedeutet einmal gegensteuern und dann ein paar Schritte auf Reaktion warten.

Geritten (mit Trense) versuche ich, mit den Zügeln in breiter Zügelhandführung leisen Kontakt aufzunehmen und Kopf/Hals zu Schulter gerade zu halten (wichtig, damit auch das Gebiss im Maul gerade bleibt). Beim über die Schulter gehen, oder Hals auf einer Seite rausdrücken, versuche ich ebenso nur mit leichtem einseitigen Faust-Schließen (Schwammtechnik: Daumen bleiben auf Zeigefinger und Faust drückt imaginären Schwamm aus) für 1 Sekunde die Kopfstellung zu verändern um so gegenzusteuern. WICHTIG! BEVOR das Pferd noch reagiert und seinen Hals wieder „reindrückt“, suche ich wieder diese leiseste Verbindung. (Wie ein Auto das ausbricht und ich mit dem Lenkrad versuche, es durch Gegenlenken wieder in die Spur zu bringen und einzufangen). Z.B. windet das Pferd seinen Hals nach rechts, schließe ich leicht rechte Faust und öffne fast sofort wieder bevor er beginnt, sich gegen diesen festeren Zug zu wehren und gleich die linke Halsseite rausdrücken würde. Außerdem rahme ich das Pferd mit den Schenkeln ein, dass es gegen meinen Schenkel läuft, wenn es in weiterer Folge Krupprein/raus geht. Wichtig!!! Ich drücke aber nicht mit dem Schenkel dagegen. Ich bilde lediglich eine echte Begrenzung

Dann beginne ich mit 8-er reiten in SEHR LANGSAMEN Tempo und versuche so die Spur zuhalten. Unbedingt den 4-Takt halten!!!!! Man spürt dann, wie das Pferd anfängt, bewusst jedes Bein vor das andere zu setzen und kadenzierter zu gehen. Atmen nicht vergesssen, sonst behindert man den Bewegungsfluss des Pferdes! Einatmen – Kopf wird von einer Schnur am Scheitel in die Höhe gezogen, bleibt dort in der Luft „stehen“ und beim Ausatmen Schultern nach hinten fallen lassen (nicht drücken) und weiter einmal rechtes und einmal linkes Becken leicht abkippen und jeweiliges Bein dabei schwer werden lassen. Dabei wandert der Nabel Richtung Lendenwirbeln. Man spürt wie man im Nacken, Brustbereich und/oder Lendenbereich entspannt bzw. leider manchmal ganz schön zieht. Die 8-er Übung ist für derlei Pferde sowohl körperlich als auch geistig extrem anstrengend, manche halten vor lauter Konzentration dabei den Atem an, daher wirklich nur 5 min und dann Zügel hinschmeißen und gerade entspannen und das Pferd in dem Tempo und in der Biegung gehen lassen, wie es ihm angenehm ist. Nach 2 Touren maximal !!wichtig!! anhalten und im STEHEN Zügel aufnehmen und wieder in langsamen Schritt wie oben beschrieben verfahren. Das Gleiche wende ich dann auch im Trab an.